27. Juni 2016


Katastrophen und Unfall

Erneut starke Überschwemmungen

Angefangen hat es im Mai mit Überschwemmungen in Ortenburg und Haarbach. Im Juni gab es in Simbach am Inn, Triftern und vielen weiteren Orten im Landkreis Rottal-Inn ein verheerendes Hochwasser. In der Nacht auf Sonntag wurden nun auch die Marktgemeinde Obernzell und Teile des südlichen Landkreises Freyung-Grafenau überflutet.
Für Obernzells Bürgermeister Josef Würzinger hätte die Flut verhindert werden können. Unterhalb der Stelle, an der die Wildbäche Griesenbach und Eckerbach zusammenfließen, wird das Wasser durch Rohre weiter zur Donau geleitet. Damit die Rohre nicht verstopft werden, gibt es zur Sicherheit sogenannte Rechen. Diese werden von den Grenzkraftwerken betreut. Gegen sie erhebt Josef Würzinger schwere Vorwürfe.
Ein Sprecher der Verbund AG versicherte hingegen, dass es eine zeitnahe Alarmierung gegeben habe. Doch umgestürzte Bäume hätten dem Notdienst die Anfahrt erschwert. Ein frühzeitiges Öffnen des Rechens hätte aus seiner Sicht eher zu einem Wasserstau im Rohr geführt, was die Lage noch hätte verschärfen können.
Im Landkreis Freyung-Grafenau waren besonders die Stadt Waldkirchen und die umliegende Kommunen betroffen.
Im Waldkirchener Ortsteil Dorn führten alleine die starken Niederschläge dazu, dass 30 – 40 Keller mit Wasser voll liefen. Eine der ersten Alarmierungen kam aus dem Krankenhaus Waldkirchen. Dank der schnellen Hilfe der Einsatzkräfte konnte eine Evakuierung vermieden werden, so Krankenhausdirektor Christian Hofbauer. Bereits am nächsten Tag wurde zur aktuellen Lage eine Pressekonferenz einberufen. Über 27 Feuerwehren waren in der Nacht auf Sonntag im Einsatz. Landrat Sebastian Gruber hat gegen 22:30 Uhr den Katastrophenfall ausgerufen.
Im Laufe des Montags soll der Katastrophenfall wieder aufgehoben werden, so der Landrat. Die Schadenshöhe werde mittlerweile auf einen dreistelligen Millionen-Betrag geschätzt. Bis Redaktionsschluss sprach der Landrat von rund 450 betroffenen Einfamilien-Häusern, die Dunkelziffer sei jedoch immer noch sehr hoch.



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