20. März 2015


Allgemein

Existenzprobleme von Tierheimen

Momentan geht es im Tierheim in Passau Ingling ruhig zu. „Wir hatten schon deutlich mehr Tiere hier“, sagt die Vorsitzende des Vereins, der das Heim betreibt. Mit den Mitgliedsbeiträgen, den Spenden und den städtischen Geldern komme man zwar über die Runden, aber damit sei nur der laufende Betrieb aufrecht zu erhalten, so Gerda Machowetz.

Von der Stadt Passau erhält das Tierheim seit 2014 10.000 Euro jährlich. Davor waren es 7.000 Euro. Geld für bald anstehende Reparaturen oder neue Investitionen bleibe da nicht.

Die Kommunen müssen nur für Fundtiere zahlen, für herrenlose Tiere dagegen nicht. Fundtiere sind dabei nur solche, die weglaufen und von ihren Herrchen wieder abgeholt werden. Umgerechnet rund 5 Cent pro Jahr pro Einwohner zahlt die Stadt Passau im Rahmen ihrer Verpflichtung. Vielerorts sieht es nicht anders aus. Deshalb steht jedes zweite Bayerische Tierheim vor der Pleite, so der Tierschutzbund.

Aber nicht nur von den Kommunen müsse mehr Geld fließen. Auch der Freistaat Bayern sei in der Pflicht. Für Jagdverbände nämlich zahlt der 1 Millionen Euro pro Jahr, der Tierschutz, der sogar im Grundgesetz geregelt ist, geht aber leer aus.

So sind die Tierheime zunächst weiter auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Für das Tierheim Buch zum Beispiel sei beim Landratsamt Passau kein Geld da, so Leiterin Elke Söllner. Mit Futter für rund 500 Euro im Monat ist es ja nicht getan, Wasch- und Desinfektionsmittel brauchen wir auch, sagt die Tierfreundin auf Nachfrage. Und der Sternenhof in Pocking könnte nicht existieren, wenn nicht Herbert Denk regelmäßig Geld aus seinem Privatvermögen zuschießen würde. Einzig das Tierheim in Wollaberg sagt: „bei uns läuft alles gut“. Aber nur, weil mit viel Engagement Geld gesammelt wird. Allein mit dem Geld der Kommunen sehe es auch dort – wie in den meisten Tierheimen, finster aus…



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