10. Juli 2014


Politik

Halbzeitbilanz

Zum Schuljahr 2004/2005 wurde in Bayern die Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre verkürzt. Seither wurde immer wieder Kritik am so genannten G8 laut. Erst im vergangenen Jahr glaubte die CSU mit dem Flexi-Jahr den Diskussionen den Zündstoff genommen zu haben. Doch die Freien Wähler ließen nicht locker und initiierten das Volksbegehren „Ja zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9“. Das läuft nun seit einer Woche – zum Halbzeitstand allerdings sehr schleppend.

Seit 3. Juli liegen sie aus – die Listen für das Volksbegehren zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. 950.000 Stimmen werden gebraucht. Bislang allerdings haben sich noch nicht viele Wahlberechtigte eingetragen.

Die Staatsregierung will beim G8 bleiben und der Philologenverband zurück zum G9. Nach dem Konzept der Freien Wähler sollen die Schulen entscheiden können, ob sie G8, G9 oder beides parallel anbieten.

Ändern soll sich nach dem Konzept der Freien Wähler nur etwas in der Mittelstufe – je nach Wahl wäre der Stoff in zwei oder in drei Jahren zu absolvieren. Anschließend müssten beide Wege wieder zusammen geführt werden.

Das G8 sei überhastet auf Wunsch der Wirtschaft eingeführt worden und politisch nie wirklich zur Ruhe gekommen. Das habe zuletzt die Einführung des Flexi-Jahres bewiesen, so Muthmann. Außerdem habe das G8 nicht zu dem von der Wirtschaft und Politik verfolgten Ziel geführt, dass die Abiturienten schneller in einem Beruf Fuß fassen.

In Passau haben bislang nur 0,7% der Stimmberechtigten unterschrieben. Damit liegt die Dreiflüssestadt unter dem Bayernweiten Durchschnitt von knapp einem Prozent. Das entspricht halb so vielen wie beim erfolgreichen Volksbegehren gegen Studiengebühren. Zehn Prozent müssen es am Ende sein. Deshalb hoffen die Freien Wähler nun auf die letzten drei bis vier Tage, die erfahrungsgemäß von den Späteinschreibern genutzt werden.



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