16. August 2016


Religion und Ethik

Maria Himmelfahrt

Maria Himmelfahrt das ist einer der großen Festtage in den Marienwallfahrtsorten der Diözese Passau wie in Handlab, Sammarei, Aldersbach, Kößlarn und natürlich Altötting. Aber auch weit über 50 andere Kirchen im Bistum Passau feiern an diesem Tag ihr Patrozinium, also ihr Namensfest. An diesem hohen Feiertag, er wird auch der große Frauentag genannt, ist es im katholischen Teil Bayerns Tradition, eine Marienkirche aufzusuchen, Kräuterbuschen weihen zu lassen und Wallfahrten zu gehen. Kräuterbuschen werden vor den Kirchen angeboten oder selber mitgebracht. Denn ein Kräuterbuschen gehört seit Jahrhunderten zu Maria Himmelfahrt. Kräuterweihen finden seit dem 14. Jahrhundert immer in der Hochblütezeit der Natur statt, wenn die Ernte ansteht. In vielen Legenden, die sich um die Heilige Maria ranken, kommen auch Kräuter vor. So gibt es zahlreiche Bilder seit der Gotik, die in Marias leerem Grab nach ihrer Auffahrt in den Himmel Rosen und andere Blumen zeigen. Auch ist in den Legenden von einem Blumenduft die Rede, der aus dem Grab aufsteigt. Auf vielen Marienbildern sind außerdem Kräuterzweige abgebildet. Besonders heutzutage werden wieder Kräuter gesammelt und am Maria Himmelfahrtstag gesegnet. Wenigstens sieben Kräuter gehören zur Grundausstattung eines Kräuterbuschens. So z. B. die Schafgarbe, die Malve, den Beifuss, den Blutweiderich der jetzt überall blüht, ebenso wie die Ringelblume und das Johanniskraut. Als Krönung kommt eine Königskerze in die Mitte des Kräuterbuschens. An die 77 Kräuter, eine heilige Zahl, sollen es einmal gewesen sein. Heute werden sie weniger für die Hausapotheke, denn mehr als Segensbringer für Haus, Garten und Feld geweiht. Und 77 Kräuter finden sich wahrscheinlich in unseren herausgeputzten Gärten und der Agrarwirtschaft angepassten Feldern kaum noch. Nur in wenigen, extra Natur belassenen Wiesen finden sich bunten Blumen und heilsame Kräuter. Freilich, die Kenntnis über die einzelnen Kräuter, über ihre Heilkraft und Wirkung, sie kennen nur noch wenige. In den wenigen noch verbliebenen Klostergärten geht die Tradition der Kräutergärten ebenfalls zu Ende. Kräuterpädagogen und Kräuterfrauen haben sich dieses Wissen wieder angeeignet und bieten Kräuterwanderungen und Kurse an. Im Vertrauen auf den Segen Marias werden die Kräuter geweiht und in den Häusern und Wohnungen, in den Gärten und Feldern ausgelegt, damit Maria weiter Hilfe und Schutz gewährt.



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