20. Oktober 2015


Rottal-Inn-Special

Mostkönigin Johanna Stöger

Wir befinden uns im südlichsten Teil Niederbayerns, ein noch weitgehend unentdecktes Stück Altbayern. Dies ist das streusiedlungsreichste Gebiet in ganz Deutschland. Die typischen Rottaler Vierseithöfe mit umgebenden Obstgärten, als Einöden oder Weiler über die Landschaft gestreut, der Wechsel zwischen Täler, Hügeln, Wäldern, Äckern und Wiesen machen eine Wanderung hier so erlebnisreich.

Streuobst sind großwüchsige Bäume verschiedener Obstarten, -sorten und Altersstufen, die an Ortsrändern, auf Feldern und Wiesen in nicht regelmäßigen Abständen „gestreut“ stehen. Damit prägen sie maßgeblich das ländliche Bild im Bereich der Dörfer und der Landschaft. Streuobstwiesen sind wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Sie bremsen den Wind, spenden Schatten und festigen den Boden.

Für den Most werden die reifen Äpfel gewaschen, gemahlen und gepresst. Kühl und dunkel wird der entstandene Apfelsaft anschließend einige Wochen in Fässern gelagert. Bei dem Prozess gärt der Saft zu Most. Nach der Gärung erfolgt der Hefeabstich. Bei der Reifung entstehen die gewünschten Aromen. Der Most ist trinkfertig und kann in Flaschen abgefüllt werden.

Wir schreiben den 21. September 1973. Es ist der Tag, an dem sich viele Menschen staunend um ein kleines Bohrloch inmitten einer grünen Wiese versammelt haben. Langsam tritt heißes, dampfendes Wasser aus der Erde, nachdem ein Bohrkopf bis in die Tiefen des Urgesteins vorgedrungen ist. 1.618 Meter, um genau zu sein. Es war die Geburtsstunde des ländlichen Bades.

Der Landkreis Rottal-Inn bietet eine hohe Lebensqualität. Dank seiner noch weitgehend intakten und von Streuobstwiesen geprägten Kulturlandschaft, aber auch durch gelebtes Brauchtum, Kulinarik und regionaler Produkte von besonderer Güte. Dies alles auch künftig zu erhalten und zu stärken, dafür setzten sich Bürger, Vereine, Verbände, Unternehmen und Institutionen in der Region gemeinsam ein. 



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