60. Politischer Aschermittwoch
Seehofer und Stoiber begeistern die Menge
Artikel vom: 22.02.2012
Traditionell zu den Klängen des Defiliermarsches mussten sich Horst Seehofer nebst Gattin Karin und Edmund Stoiber den Weg durch die Menge bahnen.Begrüßt wurden die CSU-Anhänger durch den Europapolitiker und Vorsitzenden der Niederbayern-CSU Manfred Weber. In Richtung SPD schoss er einen Pfeil nach Vilshofen ab und schwor damit die Halle schon mal auf das Wahljahr 2013 ein.
Um 11 Uhr betrat der Bayerische Ministerpräsident, Bundesratspräsident und als solcher zugleich Interims-Bundespräsident Horst Seehofer die Bühne. Es folgte eine knapp einstündige Rede, in der er die erwarteten Themen wie die Schuldenkrise anpackte.
Schließlich war es Zeit für "Mister Aschermittwoch", wie Seehofer Edmund Stoiber ankündigte. Unter "Edmund, Edmund-Rufen" feierte dieser sein Comeback beim Politischen Aschermittwoch in Passau. Fünf Jahre nach seinem Abschied war der Ehrenvorsitzende der CSU sichtlich gerührt vom begeisterten Empfang der Anhänger.
"Die Südkurve - sie steht" stellte Stoiber zu Beginn seiner Rede fest. Nachdem sich sein Vorredner bei den markigen Sprüchen noch wegen des zwischenzeitlichen Bundespräsidentenamtes zurückgehalten hatte, langte Stoiber, ganz im Sinne der zahlreichen Zuhörer, hin. Doch bis auf einen kleinen Seitenhieb Richtung Christian Ude waren es nicht etwa die anderen Parteien, auf die Stoiber den Fokus richtete. Vielmehr ging es ihm um die Gestaltung der Zukunft. Und da habe die CSU nicht nur einen bundesweiten- sondern auch europaweiten Anspruch.
Leitentscheidungen wie die Deutsche und Europäische Einheit, die Einbindung in die soziale Marktwirtschaft oder die Einführung der Bundeswehr - ohne die CSU, trotz ihrer regionalen Begrenztheit, nicht durchsetzbar. Damit beschwor Stoiber den Geist von Franz-Josef Strauß. "Notfalls müssten die Bayern die letzten Preußen sein", habe Strauß einmal im Zusammenhang mit der Einheit gesagt. Eine Aussage, die Stoiber als Überleitung zum zukünftigen Bundespräsidenten nutzte. Schon 1999 habe er Joachim Gauck als Gegenkandidat zu Johannes Rau im Sinn gehabt. Immerhin vertrete er ja in der Türkeifrage die Position der CSU. "Was sollte ich also gegen Gauck einzuwenden haben?", fragte Stoiber - gefolgt von viel Applaus.
Doch trotz aller Einheitsweichspülerei - von den anderen EU-Ländern müsse sich Deutschland in der Schuldenkrise nicht übers Ohr hauen lassen. Schon 2004 habe er davor gewarnt, dass Griechenlands Zahlen falsch sind. Früher hätte er vielleicht gesagt "wir sind solidarisch, aber ned blöd", scherzte der ehemalige Ministerpräsident. Das habe mittlerweile mittlerweile auch der Spiegel erkannt, der kürzlich groß titelte: "Wo leben die klügsten Deutschen?" und habe festgestellt: in Bayern.
Die demographische Entwicklung, der Finanzausgleich der Länder oder der Euro-Stabilitätspakt - wie erwartet packte Stoiber alle wichtigen Themen an, lobte bezüglich der Schuldenkrise wie schon Seehofer die Arbeit der Kanzlerin und schwor die Anhänger auf die Stärke der CSU ein: den Zusammenhalt. Für seine Rede erntete der Edmund Stoiber tosenden Applaus, den er sichtlich genoss. An diesem Tag war er sicher der Ministerpräsident der Herzen…
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Quelle:
TRP1 Fernsehen
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