Bildungsstreik 2009 auch in Passau
Über 1.000 Studenten demonstrieren
„Mehr Selbstbestimmung“, „Gegen Studiengebühren“ oder „Das letzte Hemd für Bildung“ – so hieß es unter anderem auf den Bannern und Plakaten beim Protest der Passauer Studenten. Begonnen hatten die Unruhen vor rund zwei Wochen in Österreich, schnell hatte die Welle auch Bayern erreicht. Für Dienstag war als bisheriger Höhepunkt unter dem Motto „Bildungsstreik 2009“ ein Demo-Tag ausgerufen. In Passau waren dieser Aufforderung über 1.000 Studenten gefolgt.
Das Hauptanliegen sei die Überarbeitung des Bachelor- und Master-Studiensystems für ein individuelles Lernen, so Matthias Schacherbauer vom Organisationsteam. Außerdem solle die Regelstudienzeit auf acht Semester erhöht werden, damit der Druck auf die Studenten nachlässt und auch Dinge wie Auslandssemester möglich sind.
Ein weiterer Streitpunkt sind die Studiengebühren. Doch zumindest in diesem Punkt gibt sich Ministerpräsident Horst Seehofer wenig kompromissbereit. So lange er Regierungschef in Bayern sei würden die Studiengebühren bleiben. Die Studenten fordern eine Abschaffung. Prof. Dr. Walter Schweitzer, Präsident der Universität Passau, sehe aber gerade diese Forderung mit Skepsis, da ohne diese Mittel das Niveau der Ausbildung deutlich sinken würde. Zumindest für sozial Benachteiligte sollten die Gebühren gesenkt werden, so die Studenten.
Zudem fordern sie eine generelle Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen und die Demokratisierung des Bildungssystems. In vielen Punkten ist die Universitätsleitung in Passau offen für Verbesserungsvorschläge. Insbesondere das Thema Mitbestimmung trifft generell auf offene Ohren. Lösungsansätze sind bereits in die Wege geleitet, weitere Gespräche würden folgen, so Prof. Dr. Walter Schweitzer.
Quelle: trp1