Rechtsextremismus nimmt zu
Der neue Verfassungschutzbericht des bayerischen Innenministeriums lässt demokratische Bürger aufschrecken: rechtsextreme Gewalttaten nehmen im Freistaat deutlich zu. Auch im Passauer Raum sind Verfassungsschützer in Alarmbereitschaft. Der Kreisverband der rechtsextremen NPD ist aktiver als gewünscht. Man trifft sich zu regelmäßigen Stammtischen, mobilisiert befreundete Gruppen aus Österreich, hält Kundgebungen und versucht die Jugend für rechtsextremes Gedankengut zu gewinnen.
5. Januar diesen Jahres: zum wiederholten Mal treffen sich Mitglieder der rechtsgerichteten NPD in einem Cafe im Markt Fürstenzell. 8. März diesen Jahres: NPD-Anhänger treffen sich zu einer Kundgebung am Marktplatz in Fürstenzell im Landkreis Passau. Wird unsere Region Tummelplatz von Rechtsextremen? Laut Verfassungsschutzbericht 2007 hat die Zahl rechtsextremistischer Gewaltdelikte im vergangenen Jahr in Bayern wieder deutlich zugenommen. Nach 47 Gewalttaten im Jahr 2006 wurden im Jahr 2007 82 Gewaltdelikte registriert.
In Raum Passau gehen allerdings die registrierten Straftaten im Bereich Rechtsextremismus leicht zurück. Doch kein Grund zum Aufatmen: Sorgen bereitet der Polizei unter anderem die zunehmende Brutalität. Verbotene Zeichen und Tätowierungen, Totschläger, gefährliche Gegenstände: die rechtsextreme Szene ist gewaltbereit und versucht die umstrittenen Ideologien auch an junge Menschen weiter zu geben. Rund zwei Drittel der rechtsextremen Täter in Bayern sind unter 21 Jahre alt. Im Raum Passau sind laut Verfassungsschutz 25 Skinheads registriert.
Doch Kummer bereitet der Kripo Passau auch der Zustrom aus Österreich. Dagegen vorzugehen, bleibt schwierig. Zum einen ist die NPD in Deutschland eine zugelassene Partei, zum anderen könnte scharfes Vorgehen eine Gegenreaktion erzeugen. So bleibt der Appell von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann an die Bürger: Ich rufe erneut alle gesellschaftlichen Gruppen dazu auf, die NPD mit allen demokratischen Mitteln zu bekämpfen." Währet den Anfängen, so heißt es.
Quelle: trp1