23. April 2015


Passau

Pressegespräch im Gefängnis

Nach einem knappen Jahr könne er ein positives Resümee ziehen, sagte der Leiter der Justizvollzugsanstalten Straubing und Passau in seiner ersten Pressekonferenz im Gefängnis im Herzen der Dreiflüssestadt. Seit Juni 2014 ist Hans Amannsberger für die JVA zuständig.

87 Gefangene sind derzeit in der JVA Passau untergebracht. Ausgelegt ist sie eigentlich nur für 74. Bayernweit gehen die Gefangenenzahlen zwar zurück, in Passau allerdings ist der Trend gegenläufig. Grund dafür seien die festnahmen vieler Schleuser.

Auch beim Ausländeranteil hat die JVA Passau im Vergleich zum restlichen Freistaat die Nase vorn. 60 zu 32 Prozent, eine Zahl, die der Grenznähe und abermals den Schleusern geschuldet sei. Von 60 Untersuchungshäftlingen seien derzeit 37 Schleuser inhaftiert. Eine neue Art der Kriminalität, so Hans Amannsberger.

Beliebt sei die Mausefallenproduktion bei den Häftlingen. Drei bis vier Millionen pro Jahr werden in dem Anstaltsbetrieb zusammengebaut und versandfertig verpackt. 34.000 Euro wurden letztes Jahr damit erwirtschaftet. Trotz vieler positiver Fakten – einen kleinen Schönheitsfleck weist die Anstalt dennoch auf.

Deshalb soll künftig der Sozialdienst aus Straubing am Wochenanfang für Neuinsassen geholt werden.

Auch eine Beratungsstelle für entlassene Sträflinge gemeinsam mit der Caritas ist in Planung.

Für 2015 hätte sich der Anstaltsleiter gewünscht, den Neubau der JVA in Königschalding vorantreiben zu können. Doch Nach Augsburg und Ingolstadt hat nun Bamberg statt Passau wegen Sicherheitsproblemen den Vorrang erhalten.

Insgesamt aber fällt das erste Amtsjahr für Hans Amannsberger seiner Meinung nach positiv aus.

Und es gab wenig bis keine Beschwerden an die Anstaltsleitung und das sei ein Indiz dafür, dass die Gefangenen mit dem Umgang und dem Personal zufrieden sind.



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