15. April 2014


Kriminalität

Prozessfortsetzung

Im Juli 2013 eskalierte die Situation in diesem Einfamilienhaus im Passauer Stadtteil Heining. Die alarmierten Rettungskräfte fanden in der Küche die 50-jährige Anita H. vor. Blutüberströmt. Sie konnten ihr nicht mehr helfen. Ihr Ehemann – der den Notruf selbst abgesetzt hatte – ließ sich damals anstandslos festnehmen. Er soll nach einem Streit 20 Mal mit einem Messer auf seine Frau eingestochen haben. Von dem Zeitpunkt an sitzt Gerold H., der sich an die Tat selbst nicht erinnern kann, in Untersuchungshaft.

Jetzt muss sich der 57-Jährige vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts wegen Totschlags verantworten. Am dritten Prozesstag wurden am Dienstag im Landgericht mehrere Zeugen befragt: rechtsmedizinische Sachverständige sowie Kriminalbeamte. DIE schilderten, wie sie den Tatort vorfanden und sich um den elfjährigen Sohn, gekümmert hatten. Thomas H. sei, so ein Kripo-Beamter, sehr mitgenommen gewesen. Habe immer wieder geweint. Die Polizisten brachten den Jungen schließlich zu seinen Großeltern.

Am Nachmittag dann ein Bekannter des Opfers aus einem Klinik-Aufenthalt. Er soll derjenige gewesen sein, der Anita H. mehrmals Nachrichten aufs Handy geschickt hatte. Auch am 13. Juli. Der Angeklagte hatte Anita H. nach eigener Aussage mit der SMS konfrontiert. Dann kam es zu dem folgenschweren Streit. Die SMS-Bekanntschaft sagte vor Gericht, es habe keinen Grund zur Eifersucht gegeben. Er und das Opfer seien nur befreundet gewesen.

In dem Verfahren ist die Vernehmung weiterer Zeugen geplant. Auch der Großvater von Thomas H. will noch aussagen. Es sind noch vier Verhandlungstage eingeplant. Am Montag, 28. April, wird der Prozess fortgesetzt.



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