28. April 2014


Kriminalität

Prozessfortsetzung

Im Juli 2013 eskalierte die Situation in diesem Einfamilienhaus im Passauer Stadtteil Heining. Die alarmierten Rettungskräfte fanden in der Küche die 50-jährige Anita H. vor. Blutüberströmt. Sie konnten ihr nicht mehr helfen. Ihr Ehemann – der den Notruf selbst abgesetzt hatte – ließ sich damals anstandslos festnehmen. Er soll nach einem Streit mit einem Messer auf seine Frau eingestochen haben. Von dem Zeitpunkt an sitzt Gerold H. in Untersuchungshaft. Er kann sich – so seine Aussage – an die Tat selbst nicht erinnern.

Am Montag ging der Prozess um das Ehedrama in die vierte Runde. Der Hauptermittler der Kriminalpolizei Passau gab an, dass es schwierig gewesen sei, Zeugen aus dem unmittelbaren Umfeld der Familie zu befragen. Das Ehepaar habe sehr zurückgezogen gelebt. Das bekräftigte auch der als Zeuge geladene Vater des Opfers. Anita H. habe nur noch Bekannte aus ihren Klinikaufenthalten gehabt. Laut Kriminalkommissar wollte sie sich einen Job suchen und sich von ihrem Mann trennen. Von dem Mann, den eine ehemalige Freundin des Opfers als unangenehmen Menschen bezeichnet habe. Noch am Vormittag bestätigte ein Sachverständiger: Gerold H. hatte über 1 Promille Alkohol im Blut, als die Situation in der Küche um die Mittagszeit eskalierte. Ebenso bestätigte er die 20 Stichverletzungen, die der mutmaßliche Täter Gerold H. seiner Frau zugefügt haben soll. Die Todesursache, so der Sachverständige weiter, sei eine Lungenembolie gewesen.

Am Montag, 12. Mai, wird der Prozess fortgesetzt. Das Urteil wird Ende Mai erwartet.



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