12. Mai 2014


Kriminalität

Prozessfortsetzung

Der Prozess um das Ehedrama von Passau-Heining nähert sich seinem Ende. Noch zwei Verhandlungstage – an denen sich die 2. Große Strafkammer des Landgerichts mit den Ereignissen vom Sommer letzten Jahres beschäftigen wird. Noch zwei Tage, an denen sich der 57-jährige Gerold H. verantworten muss. Er soll seine Ehefrau Anita H. mit 20 Messerstichen getötet haben. Am fünften Verhandlungstag wurde eine Ärztin des Opfers in den Zeugenstand gerufen. Sie behandelte Anita H. zwei Wochen lang. Die Diagnose: Depression. Anita H. ging es laut Medizinerin nicht gut. Die ADHS-Erkrankung des Sohnes sei eine große Belastung gewesen. Es hätte deswegen auch immer wieder Streit mit ihrem Ehemann gegeben. Anita H. bekam Medikamente, machte eine Therapie. Am Ende des Klinikaufenthaltes sei sie stabiler gewesen, so das Fazit der Ärztin. Und weiter: Es lief wieder besser – mit Sohn und Ehemann. Anita H. sei bemüht gewesen um ihre Genesung. Das war Anfang Februar 2013.

Aber nur wenige Monate später, im Juli, eskalierte die Situation in diesem Einfamilienhaus im Passauer Stadtteil Heining. Die alarmierten Rettungskräfte fanden in der Küche die 50-jährige Anita H. vor. Blutüberströmt. Sie konnten ihr nicht mehr helfen. Ihr Ehemann – der den Notruf selbst abgesetzt hatte – ließ sich damals anstandslos festnehmen. Er soll nach einem Streit mit einem Messer auf seine Frau eingestochen haben. Von dem Zeitpunkt an sitzt Gerold H. in Untersuchungshaft. Ist weitgehend geständig. Kann sich aber – so seine Aussage – an die Tat selbst nicht erinnern.

Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt. Das Urteil wird Ende Mai erwartet.



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