13. Juli 2016


Flüchtlinge

Schleusungen nehmen wieder zu

Seit der Schließung der sogenannten „Balkanroute“ Anfang dieses Jahres ist die Zahl der ankommenden Flüchtlinge stark gesunken. Die Grenzschutzagentur Frontex spricht für das erste Quartal 2016 von einem Rückgang um bis zu 85 Prozent. Auch in der Region verringerten sich die Ankunftszahlen zunächst. Aktuell nehmen die Schleusungen im Landkreis Passau jedoch wieder zu, betonte Landrat Franz Meyer.
In den letzten zwei bis drei Wochen hätten besonders die Schleusungen per Zugverkehr zugenommen, so Timo Schüller, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion in Passau. Pro Migrant würden die Schleuser bis zu 6.000 Euro verlangen. Das sei mittlerweile ein lukrativeres Geschäft als der Drogenhandel. Durch das gute Wetter nehmen auch die Bootsüberfahrten wieder zu. Eine Prognose sei dennoch schwer zu geben, so Timo Schüller.
Aktuell spricht die Bundespolizei von 50 bis 60 Flüchtlingen, die täglich in Passau ankommen. Die Beamten befragen sie zuerst unter anderem zu den Gründen, weshalb sie nach Deutschland gekommen sind.
In diesen Gründen sieht Passaus Landrat Franz Meyer eine klare Aufgabe für die Politik.
Die Bundespolizeiinspektion in Passau nutzt nun die aktuelle Lage dazu, interne Abläufe zu optimieren und bauliche Veränderungen vorzunehmen. Dank der Unterstützung durch viele Kräfte aus ganz Deutschland seien die Beamten vorbereitet, falls die Flüchtlingsströme wieder weiter zunehmen sollten.



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