13. Mai 2014


Kriminalität

Urteil

Sieben Verhandlungstage sollten es werden, am Ende blieb es bei sechs. Am Dienstagnachmittag fiel vor der 2. großen Strafkammer des Landgerichts das Urteil im Prozess um das tödliche Ehedrama von Passau-Heining. Acht Jahre Haft für Gerold H. – schuldig des Totschlags. Der Staatsanwalt forderte für den weitgehend geständigen und laut Gutachtern überdurchschnittlich intelligenten Angeklagten eine Strafe von acht Jahren. Er habe seine Frau Anita H. im Juli letzten Jahres mit 18 Messerstichen in der Küche getötet. Die Tat sei „brutal und dynamisch“ gewesen. Und das im Beisein des zur Tatzeit elf Jahre alten Sohnes. Positiv auf das Strafmaß seien Gerold H.s Geständnis und seine bis dato „reine Weste“.

Die Verteidigung forderte beim Schlussplädoyer eine geringere Strafe als der Staatsanwalt: fünf bis sechs Jahre Haft.

Der Angeklagte habe – so das Gericht – im Affekt gehandelt. Die Eheprobleme, der an ADHS erkrankte Sohn, Schlafstörungen, Probleme in der Arbeit und dann auch noch die Nachrichten eines fremden Mannes auf dem Handy seiner Frau. All das kam zusammen nach dem Mittagessen am 13. Juli 2013. Rettungskräfte fanden die 50-jährige Anita H. in der Küche vor. Blutüberströmt. Sie konnten ihr nicht mehr helfen. Gerold H. ließ sich damals anstandslos festnehmen. Nach eigenen Angaben kann er sich an die Messerstiche selbst nicht erinnern. Seine abschließenden Worte unter Tränen: „Die Tat bereue ich zutiefst. Ich weiß, dass ich bestraft werden muss. Ich habe meine Frau geliebt. Ich kann meine Angehörigen nur noch um Verzeihung bitten.“

Der traumatisierte Junge ist in einem Kinderheim untergebracht.

Alle Beteiligten nahmen das Urteil an, es ist somit rechtskräftig.



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