Holz: Zweifach energisch
Heizkraftwerk „Holzenergie Jahrdorf“ erzeugt Wärme und Strom
Artikel vom: 01.02.2012

Im November letzten Jahres setzten die Stadtwerke Passau erneut ein Zeichen in Sachen „Erneuerbare Energieproduktion“. Sie übernahmen das insolvente Heizkraftwerk „Holzenergie Jahrdorf“. Die Jahresleistung der fünf Jahre jungen Anlage kann sich durchaus sehen lassen: 15 Millionen Kilowattstunden Wärme – 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom aus Hackschnitzeln. Versorgt wird damit das gesamte Industriegebiet Jahrdorf sowie die Ortschaft Niederbrünst.
Eine Bürgerversammlung im Frühjahr 2012 soll interessierte Bürger vor Ort informieren und ihnen die Option bieten, sich an das Wärmenetz anzuschließen.
45 Kunden profitieren derzeit von der Holzenergie. Insgesamt nehmen sie durchschnittlich vier Megawatt Wärme ab. Die Kapazitäten sind jedoch noch lange nicht ausgeschöpft – Das Heizkraftwerk läuft gerade einmal auf 40 Prozent seiner Maximalleistung.
Der Wirtschaftsplan 2012 sieht Investitionen in Höhe von rund 250.000 Euro vor für den Leitungsausbau. Außerdem wird die Anlage auf den neuesten technischen Stand gebracht. Und ist dieser erreicht, wird das Heizkraftwerk mit höchster Energieeffizienz arbeiten. Die Voraussetzungen dafür sind bereits vorhanden: Eine optimale Kopplung von Strom- und Wärmeerzeugung. Baustein Eins ist die Stromerzeugung. Die Hackschnitzel gelangen vom Sammelbunker in den Heizofen. Dort wird das Holz verbrannt bei einer Temperatur von bis zu 850 Grad. Von dieser Hitze werden ein Thermoölkreislauf in einem ersten und ein Silikonölkreislauf in einem zweiten Schritt in Gang gesetzt. Dort wird mit einem Wirkungsgrad von 20 Prozent Strom erzeugt. Baustein Zwei ist die Wärmeerzeugung. Aus den Abgasen wird nochmals die Rest-Energie herausgezogen. Damit entsteht ein thermischer Wirkungsgrad von 80 Prozent. Unterm Strich also eine einfache Rechnung: 100 Prozent Biomasse fließen in das Heizkraftwerk. Knapp 80 Prozent thermische Energie wird daraus gewonnen und an die Kunden vor Ort verkauft. Die restlichen knapp 20 Prozent an elektrischer Energie kann zusätzlich genutzt werden. Optimaler Wirkungsgrad – Optimal passend im Konzept „Erneuerbare Energieproduktion“ der Stadtwerke Passau. Vier Bausteine des Konzepts sind Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft und die drei installierten Blockheizkraftwerke. Sich neu ausrichten auf „Regenerative Energieproduktion“ – Die „Holzenergie Jahrdorf“ ist ein wertvoller Baustein für das langfristige Ziel der Stadtwerke Passau.
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Quelle:
TRP1 Fernsehen
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