17. Juli 2015


Flüchtlinge

Weiter steigende Flüchtlingszahlen

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt seit Monaten. Im laufenden Jahr werden rund 450.000 Asylanträge erwartet – mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller kritisierte am Donnerstag die langen Asylverfahren, die in den Ländern die Kosten in die Höhe treiben würden. Sie sieht den Bund in der Pflicht. Und tagtäglich kommen mehr Flüchtlinge nach Deutschland. Die meisten von ihnen werden im Raum Passau aufgegriffen.

Mindestens 300 Flüchtlinge pro Tag registriert die Bundespolizei in der Passauer X-Point-Halle. Seit vergangenen Herbst steigt die Zahl der Asylsuchenden kontinuierlich. Von Dezember bis April waren es im Schnitt rund 1000 im Monat. Im Mai wurden 3000 unerlaubt eingereiste Personen aufgegriffen, im Juni bereits 6.000. Und in diesem Monat hat die Bundespolizei bis jetzt bereits 5000 Flüchtlinge gezählt.

Dieser sprunghafte Anstieg zeigt sich auch in den Zahlen der Asylerstverfahren der Landkreise Passau und Freyung-Grafenau. Von 57 im Jahr 2011 stieg deren Zahl laut Landratsamt Passau auf 702 Fälle bis Ende Mai. Im Landkreis Freyung-Grafenau wurden 2011 275 Asylanträge eingereicht. Im Juni hat dort das Landratsamt 1008 registriert.

Zumindest für die Unterbringung der minderjährigen Flüchtlinge wurde diese Woche ein Gesetz zur bundesweiten und verpflichtenden Verteilung geplant, das zum 1. Januar 2016 in Kraft tritt. Bis dahin richtet das Familienministerium eine Platzbörse auf freiwilliger Basis ein. Landrat Franz Meyer begrüßt, dass Bewegung in das Thema kommt, auch wenn es nur eine Übergangslösung sein könne.

Mit den Flüchtlingen steigt inzwischen auch die Zahl der Schleuser, die von den Beamten festgenommen werden.

Um die Beamten in Passau zu entlasten, werden seit Donnerstag Flüchtlinge zur Registrierung gleich nach Deggendorf gebracht. Nach Möglichkeit soll dort in aufgestellten Containern ein Großteil der aufgegriffenen Personen erfasst werden.

Weil die X-Point-Halle nur noch bis Ende Juli genutzt werden kann, ist die Bundespolizei dringend auf der Suche nach geeigneten Gebäuden, wo die aufgegriffenen Personen vorübergehend untergebracht werden können. Denn die Flüchtlinge seien dankbar, wenn sie nach zum Teil unmenschlichen Strapazen einen Platz zum Ausruhen haben.



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